09.09.2020

Energielieferant statt Energiefresser: nachhaltige Rechenzentren von Cloud&Heat schlagen die Brücke zwischen Technologie und Umwelt

Die Corona-Krise hat sich als beispielloser Digitalisierungsbeschleuniger für die deutsche Wirtschaft erwiesen: Mit der weitläufigen Einführung von Home-Office-Modellen haben viele Unternehmen in den letzten sechs Monaten mehr webbasierte Tools in ihren Arbeitsalltag integriert als in den vergangenen zehn Jahren. Insbesondere durch Videokonferenz-Anwendungen werden heute aber auch größere Datenvolumen bewegt als in den zurückliegenden Jahren. Diese Entwicklung spielt der Cloud&Heat Technologies GmbH in die Karten: Das Dresdner IT-Start-up hat sich auf den Aufbau und Betrieb von leistungsstarken, hochsicheren Rechenzentren spezialisiert, die ein besonders ressourcenschonendes Wasserkühlverfahren nutzen und die Server-Abwärme obendrein als Warmwasser energetisch nutzbar machen.

Die Krise ist aber auch an Cloud&Heat nicht ohne Einschnitte vorbei gegangen: Aufgrund der getrübten Investment-Moral unter den Kapitalgebern mangelte es dem Unternehmen zuletzt an finanzieller Schwungmasse für die nächste Etappe der Unternehmensentwicklung. Damit war Cloud&Heat geradezu prädestiniert für den Corona-Start-up-Hilfsfonds, über den die MBG nun die Kapitalbasis aufstockte.

Mit ihrer Beteiligung fügt sich die MBG in einen starken Investorenkreis ein, den Cloud&Heat bereits mitbrachte. Zwar hatten klassische Wagniskapitalgeber und Industriepartner auch in der Krise ungebrochen hohes Interesse an dem Unternehmen und seinem zukunftsweisenden Server-Konzept bekundet, ihre Investments aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage aber vorerst auf unbestimmte Zeit vertagt. In dieser Situation sprang die MBG als finanzieller Überbrückungshelfer ein. Mit dem Corona-Start-up-Hilfsfonds verwaltet sie ein Finanzierungsetat, das zusammen mit dem Bund und Freistaat speziell für Start-ups mit krisenbedingten Liquiditätsschwierigkeiten eingerichtet wurde. Cloud&Heat Geschäftsführer und Mit-Gründer Nicolas Röhrs zeigt sich beeindruckt: „Ich war positiv überrascht davon, wie schnell ich mich nach meiner ersten Anfrage in konkreten Gesprächen mit der MBG wiederfand. Der Austausch zu den Fördermöglichkeiten des Corona-Start-up-Hilfsfonds verlief dabei immer auf Augenhöhe und war auf das gemeinsame Ziel hin orientiert, in kurzer Zeit die bestmögliche Finanzierungslösung für beide Seiten zu finden. Ich habe das Team der MBG jederzeit als sehr pragmatisch und unterstützend wahrgenommen.“ Zusätzlich zu den Finanzmitteln aus dem CSH stellte die MBG auch Kapital über eine klassische Beteiligung bereit, damit Cloud&Heat trotz der Krise weiter in die erfolgskritische Forschung und Entwicklung investieren und somit seinen technologischen Vorsprung behaupten kann.

Mit seinen umweltverträglichen IT-Infrastrukturen gelingt Cloud&Heat der Kunstgriff, technologische Höchstleistung mit ökonomischer und ökologischer Effizienz zu verknüpfen. Die mehrfach mit dem Deutschen Rechenzentrumspreis ausgezeichneten Daten-Kraftwerke sind nicht nur extrem sicher und skalierbar, sondern erlauben auch eine besonders nachhaltige Energiewirtschaft. Einen Großteil der Energie in Rechenzentren verbrauchen nämlich nicht die Server als solche, sondern ihre Kühlung. Immerhin erhitzt sich ein Rechner im Betrieb auf bis zu 90°C. Anders als bisher üblich kühlt Cloud&Heat seine Server mit Wasser statt mit Luft, was Energie und somit auch Geld spart. Doch damit nicht genug, denn in Form des aufgewärmten Wassers wird zugleich Energie zurück in den Kreislauf gegeben. Im ehemaligen EZB-Rechenzentrum in Frankfurt am Main nutzt man die Abwärme der Server beispielsweise, um ein Hotel im gleichen Gebäudekomplex zu beheizen und Warmwasser aus der Leitung fließen zu lasen. Dabei versteht sich Cloud&Heat als Fullservice-Provider, dessen Job mit der Installation der Serverschränke und Kühlanlage noch lang nicht getan ist. Das Unternehmen, das 2011 an der Technischen Universität Dresden gegründet wurde, kümmert sich vielmehr auch um den Betrieb der Server-Infrastruktur. Über eine cloudbasierte Software werden die Prozesse vom Monitoring bis hin zu Wartung vollkommen orts- und zeitunabhängig gesteuert.

Das „Komplett sorglos“-Paket wissen Geschäftskunden wie Vattenfall oder Innogy zu schätzen. Aber nicht nur bei den Big Playern in der Energiebranche kann Cloud&Heat punkten. Als Partner der Deutschen Telekom hat man erst kürzlich das Pilot-Projekt MagentaGaming gestartet: Hier kommt Technik und Know-How von Cloud&Heat zum Einsatz, um virtuelle Rechenkapazitäten für das datenintensive Streaming von Web-Videospielen besonders umweltfreundlich bereitzustellen. Darüber hinaus wirkt man als Mitglied des Fachkonsortiums maßgeblich am GAIA-X Projekt mit, das sich – initiiert von der deutschen Regierung – der Entwicklung einer europaweiten Cloud-Plattform verschrieben hat. International ist Cloud&Heat ohnehin aufgestellt: Das junge IT-Unternehmen zählt nicht nur 90 Mitarbeiter verschiedenster Nationen, sondern pflegt Geschäftsbeziehen zu Kunden und Partnern in Europa, Asien und Nordamerika. Mehr als 1.000 Server von Cloud&Heat sind bereits an 24 Standorten weltweit in Betrieb. Die Corona-Krise dürfte dafür sorgen, dass die Zahl weiter anwächst. Nicolas Röhrs ist optimistisch: "In den zurückliegenden Monaten konnten wir bei unseren Kunden die Bereitschaft beobachten, schneller und großflächiger in nachhaltige IT-Infrastrukturen zu investieren. Ich bin sehr zuversichtlich, dass Cloud&Heat vor allem auch dank des MBG-Investments gestärkt aus der Corona-Phase hervorgeht und unser Hauptgeschäftsfeld weiter rasant wachsen wird.“

 

Über den Corona-Start-up-Hilfsfonds

Der Corona-Start-up-Hilfsfonds (CSH) richtet sich an wissensbasierte, technologieorientierte Start-ups in Sachsen, die durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind. Über den CSH werden Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel in Form von stillen Beteiligungen und mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro in sächsische Start-ups investiert.

Der CSH steht branchenübergreifend allen jungen Unternehmen mit innovativen und zukunftsträchtigen Produkten, Dienstleistungen oder Verfahren offen, die einen sozialen und/oder ökologischen Nachhaltigkeitsansatz verfolgen und ihren Sitz oder Geschäftsschwerpunkt in Sachsen haben. Anträge können ab sofort bis 30. November 2020 bei der MBG eingereicht werden.

 

Bildquelle: Cloud&Heat Technologies GmbH

1) Cloud&Heat – Beispielhafter Anschluss der Wassertechnologie

2) Cloud&Heat – Beispiel eines Container-basierten Rechenzentrumparks mit Abwärmenutzung

3) Cloud&Heat – CEO Nicolas Röhrs