11.04.2019

Die neue Online-Partnerbörse der Transport-Branche – Pamyra verkuppelt Speditionen und Versender

Mit dem Durchbruch der „Sharing Economy“ in den letzten Jahren ist das Internet zu einer wahren Vermittlungsbörse avanciert. Ob HighTech-Gadgets, Wohnungen oder Autofahrten – es gibt wohl keine Ware oder Dienstleistung, die heutzutage nicht online zur gemeinschaftlichen Nutzung angeboten wird. Mal wieder sind es US-Startups, die diesen neuen Markt der „Collaborative Consumption“ erschlossen und maßgeblich geprägt haben. Firmen aus dem Silicon Valley wie Uber oder AirBNB sorgten in den vergangenen 10 Jahren nicht nur für viele Schlagzeilen, sondern auch für jede Menge zusätzliche Einnahmen auf den Konten ihrer aktiven User. Doch auch bei deutschen Unternehmern ist das Geschäftsmodell des Sharings, also der temporären Bereitstellung ungenutzter Ressourcen für Dritte, auf dem Vormarsch. Das beweist die in Leipzig ansässige Pamyra GmbH, die 2016 in Erfurt gegründet wurde und das Modell auf den Bereich der gewerblichen Anbieter erweitert.

Über ihre Preisvergleichsplattform www.pamyra.de vermittelt sie Speditionen mit freien Kapazitäten an Privat- und Geschäftskunden, die so Produkte aller Art befördern lassen können. Finanziellen Treibstoff tankte das IT-Unternehmen nun bei der MBG. In ihrer Rolle als geschäftsführender Kommanditist des Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) Basic steuerte sie Venture Capital zum siebenstelligen Investment in Pamyra bei.

Der TGFS ist dabei nicht der einzige Kapitalgeber, der sich an der letzten Seed-Finanzierung und damit an dem Startup beteiligte. Als Lead-Investor stieg die Beteiligungsmanagement Thüringen GmbH (bm|t) ein; darüber hinaus brachten drei private Business Angels frisches Eigenkapital ein. Pamyra-CFO Dr. Lasse Landt erklärt, welchen Mehrwert der TGFS Basic in dieser Investoren-Konstellation liefert: „Wir haben uns sehr bewusst dazu entschieden, den TGFS Basic mit ins Boot zu holen. Für die letzte Finanzierungsrunde hatten wir eigentlich schon mehrere Investoren gefunden. Mit dem TGFS Basic konnten wir unsere Kapitalbasis dann nochmals vergrößern. Er hilft uns als zugezogenem Unternehmen aber vor allem auch, hier in Sachsen noch schneller Fuß zu fassen.“ In der Investment-Szene ist Landt kein Unbekannter. In seinem früheren Job als Portfolio-Manager einer Beteiligungsgesellschaft investierte er selbst in junge Firmen aus dem Bereich der nachhaltigen Energiewirtschaft. In diesem Kontext traf er auch auf Pamyra, zu der er schließlich in die Geschäftsführung wechselte. Die Transportlogistik noch effizienter und damit umweltschonender zu gestalten, das haben sich die Pamyra-Gründer auf die Fahne geschrieben. Sie helfen Speditionen, ihre freien Ladeflächen für Routen in Deutschland und dem europäischen Ausland zu verkaufen. Diese können somit unausgelastete Touren oder Leerfahrten reduzieren und zugleich ihre CO2-Bilanz verbessern.

Mit der Online-Plattform Pamyra erhalten Transportunternehmen einen digitalen Vertriebskanal, der ihnen Zugang zu neuen Kunden eröffnet. Dank des Portals werden die in ihrer Akquise meist eher analog ausgerichteten Speditionen nun im Web auffindbar; Preise und Leistungen lassen sich für interessierte Versender transparent einsehen. So können verschiedene Anbieter miteinander verglichen und zudem direkt über das Portal beauftragt werden. Das Team von Pamyra hilft den Speditionen auch bei der Preisstrukturierung. Was die eigenen Preise betrifft, so legt das Startup ein äußerst faires Modell vor: Nur wenn eine Fahrt erfolgreich vermittelt wurde, zahlen die Speditionen eine Provision. Eine monatliche Grundgebühr fällt nicht an. Für Versender ist der Service komplett kostenfrei. Die positiven wirtschaftlichen Vorzeichen bewegten schließlich auch die MBG zum Seed-Investment, wie der zuständige Beteiligungsmanager Tobias Voigt ausführt: „Vor unserem Einstieg hatten wir die Geschäftsentwicklung von Pamyra bereits viele Monate beobachtet. Während dieser Zeit wuchsen dann nicht nur die Buchungszahlen stetig, sondern auch unser Vertrauen in das Gründerteam. Somit wurde uns schließlich klar: In Zeiten, in denen der Online-Handel und damit der Bedarf an Transporteuren rasant zunimmt, könnte dem innovativen Digital-Unternehmen eine erfolgsversprechende Zukunft bevorstehen. Wir freuen uns daher sehr, dass wir das Unternehmensportfolio des Technologiegründerfonds Sachsen mit unserer Beteiligung an Pamyra weiter diversifizieren konnten.“

Das Kapital aus dem TGFS Basic nutzt das Pamyra-Team, um die Produktentwicklung voranzutreiben sowie die Bereiche Marketing und Sales auszubauen. Seit dem Abschluss der letzten Finanzierungsrunde im Herbst 2018 wurden bereits ein Business Developer, zwei zusätzliche Programmierer und ein Produkttester eingestellt. Im Coworking-Space im Leipziger Tapetenwerk arbeiten mittlerweile 10 feste Mitarbeiter daran, Pamyra groß zu machen und langfristig im Logistik-Gewerbe zu etablieren. Mit an Bord ist weiterhin auch Co-Gründer und CEO Felix Wiegand. Der Software-Entwickler setzte in der Vergangenheit bereits verschiedene E-Commerce-Projekte um, so zum Beispiel eine Vergleichsplattform für Kreuzfahrten. Die Idee für Pamyra kam ihm im Gespräch mit seinem Schwiegervater, der selbst eine Speditionsniederlassung leitet. Seinen neuen Investor schätzt Wiegand aus verschiedenen Gründen: „Die MBG ist ein sehr angenehmer Gesellschafter. Bei operativen und strategischen Angelegenheiten halten sie sich weitgehend zurück, gleichzeitig unterstützen sie auf Nachfrage. Bei der Unterstützung hilft uns vor allem das große Netzwerk, gerade im Freistaat Sachsen, das die MBG-Berater gern zur Verfügung stellen und das für uns sehr wertvoll ist.“ Die MBG teilt nämlich nicht nur Finanzressourcen, sondern auch Wissen und Kontakte – getreu dem angelsächsischen Sprichwort „Sharing is Caring“.

Wer noch mehr über Pamyra und die Beteiligung durch den TGFS erfahren möchte, dem sei das kürzlich veröffentlichte futureSAX-Videointerview mit Dr. Lasse Landt und Tobias Voigt empfohlen.

 

Bildquelle: Pamyra GmbH