21.06.2018

Vorstoß in neue Sphären der Leistungsdiagnostik – CORTEX-Messtechnik aus Leipzig erobert den Weltraum

In Sachsen entwickelt, im Weltall angewandt: Die Analysetechnik der Leipziger CORTEX Biophysik GmbH (kurz: CORTEX) ist aktuell Teil eines Projekts, das wahrlich als „out of this world“ bezeichnet werden kann.

Auf der internationalen Raumstation ISS findet das Atemmessgerät METAMAX® 3B zurzeit Einsatz, um den Gesundheitszustand des deutschen Astronauten Alexander Gerst unter extraterrestrischen Bedingungen zu untersuchen. Aber nicht nur jenseits dieser Erde leisten die Diagnostiksysteme von CORTEX zuverlässige Arbeit. Vielmehr werden sie bereits weltweit in den Bereichen Medizin, Sport und Fitness zur sogenannten Spiroergometrie genutzt. Anhand von Atemgasen ermitteln die portablen Untersuchungsgeräte, wie sich körperliche Belastungen auf den menschlichen Organismus, etwa auf das Herz-Kreislauf-System oder die Stoffwechseltätigkeit, auswirken. Die produktvertreibende Firma CORTEX erhielt nun einen Impuls, der ihren Finanzhaushalt messbar positiv beeinflusste: Im Frühjahr dieses Jahres beteiligte sich die MBG an dem sächsischen HealthTech-Unternehmen und verhalf ihm so zu neuer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit – ganz ohne dass sich CORTEX einem Belastungstest aussetzen musste.

Durch den Einstieg der MBG in den Gesellschafterkreis kann sich CORTEX über frisches Kapital freuen, das der Generierung von nachhaltigem Wachstum und der Erschließung neuer Marktsegmente dient. Die Beteiligung als solche wurde im konstruktiven Miteinander abgewickelt, wie Markus Siepmann, einer der beiden CORTEX-Geschäftsführer, erklärt: „Die Zusammenarbeit mit der MBG ist über den gesamten bisherigen Prozess von gegenseitiger Wertschätzung, Offenheit und Fairness geprägt. Bei unterschiedlichen Vorstellungen in der Umsetzung wurde immer nach einem guten Kompromiss gesucht, selbst eine Übernahme anderer Ideen als der eigenen war für die MBG nicht gänzlich ausgeschlossen.“ Ein gemeinsamer Konsens hinsichtlich der neuen Gesellschaftsstruktur gestaltete sich aus einem bestimmten Grund als unerlässlich: Der operative Firmenchef Siepmann erwarb ebenfalls Anteile an CORTEX und wurde damit zum Mitgesellschafter. Dass die MBG im Finanzierungsprozess auch auf die laufenden betrieblichen Verpflichtungen Rücksicht nahm, weiß er besonders zu schätzen: „Sehr begrüßt haben wir auch die Tatsache, dass selbst bei zeitkritischen Themen nie Hektik oder überzogene Erwartungen an Reaktionszeiten aufkamen und immer ein Verständnis für die Herausforderungen des Tagesgeschäfts zu erkennen war.“ Dieses Tagesgeschäft wird von einem insgesamt 6-köpfigen Management-Team um Geschäftsführer Siepmann verantwortet.

Viel Aufmerksamkeit gilt derzeit natürlich der Weltraum-Mission von Alexander Gerst, die Anfang Juni startete und einen der bislang spektakulärsten Use Cases in der CORTEX-Geschichte darstellt. In Kooperation mit dem Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Dresden wird dabei ein am menschlichen Körper tragbares Messsystem von CORTEX, der METAMAX® 3B, getestet. Siepmann schreibt dem Forschungsprojekt eine große Bedeutung zu: „Das MetaBolicSpace Programm steht exemplarisch und in einzigartiger Weise für den CORTEX-eigenen Anspruch, besondere Wünsche, Ideen und Anregungen unserer Kunden aus den verschiedensten Disziplinen jederzeit offen aufzunehmen und in enger Kooperation die Einsatzmöglichkeiten unserer Produkte noch weiter zu fassen.“ Während der 6-monatigen Exkursion ins All wird Alexander Gerst den METAMAX® 3B mehrmals dafür nutzen, sein Fitnesslevel unter Einfluss der Schwerelosigkeit zu analysieren. Vor allem für den Wiedereintritt in die Gravitationskraft der Erde muss der ESA-Astronaut gesund und belastbar sein, weshalb sein Trainingspensum vor dem Rückflug erhöht wird. Die Testergebnisse der „Horizons“ Mission sind zudem richtungsweisend für ein perspektivisches Anwendungsfeld der CORTEX-Technik: Auf Basis der empirischen Erkenntnisse sollen künftig auch Weltraumtouristen optimal auf ihren Ausflug ins Universum und die Rückkehr zur Erde vorbereitet werden.

Mit seinen Produktserien METAMAX® sowie METALYZER® führt CORTEX schon heute den Weltmarkt der mobilen Spiroergometrie an. Die kompakten, leichtgewichtigen Analysegeräte sind speziell für die Untersuchung des menschlichen Atems konzipiert, sei es in kontrollierter Umgebung im Labor oder beim Feldtest im Freien. Dabei wird die von den Probanden ausgeatmete Luft über eine Gesichtsmaske aufgefangen und detailliert ausgewertet. Von Interesse sind derartige Messungen insbesondere für die medizinische Grundlagenforschung, den Hochleistungssport und den Präventionssektor. So werden die CORTEX-Lösungen z.B. von Sportmedizinern in Trainingszentren oder an Olympiastützpunkten verwendet, um die Performance von Athleten in physischen Stresssituationen zu überprüfen. Auch die Messinstrumente selbst werden ständig kontrolliert und optimiert. Dank des finanziellen Supports der MBG kann CORTEX jetzt das nächste, große Etappenziel erreichen: „Das Investment der MBG ermöglicht uns die Entwicklung und Markteinführung einer komplett neuen Gerätegeneration, mit der wir das Wachstum und die Erfolge der CORTEX zukünftig nicht nur sichern, sondern sogar deutlich beschleunigen und verbessern werden.“ Dieser Einschätzung von Markus Siepmann zufolge steht der CORTEX Biophysik GmbH eine gewinnbringende Zukunft bevor – sowohl aus Gesellschafter- wie auch aus Anwendersicht.

 

Bildquellen: (1) DLR, (2) Markus Siepmann, (3) TU Dresden / CORTEX, (4) Peter Lessmann