19.06.2018

Im Osten was Neues - Görlitzer Handwerksbetrieb Passgenau fertigt Zerspanungsteile nach Maß

Aufbruchsstimmung in der Lausitz: In Görlitz hat Martin Künne im vergangenen Jahr die östlichste Drehmanufaktur Deutschlands gegründet. Mit seiner Passgenau Präzisions – Zerspanung GmbH (kurz: Passgenau) beweist er, dass die Grenzstadt an der Neiße weit mehr zu bieten hat als einen historischen Ortskern mit altehrwürdigen Kultur- und Baudenkmälern.

Es ist vorwärtsdenkenden, tatkräftigen Unternehmern wie Künne zu verdanken, dass gerade auch im wirtschaftlichen Bereich neue Vorzeigeprojekte in Görlitz entstehen. Starthilfe bekam er von der Handwerkskammer Dresden, die dem Sachsen beim Schritt in die Selbständigkeit kompetent zur Seite stand. So konnte er erfolgreich einen eigenen Betrieb aufbauen, dessen Name zugleich Programm ist: Passgenau produziert Zerspanungsteile mit einem Höchstmaß an Präzision. Dabei hat sich Künne auf die professionelle Bearbeitung des Werkstoffs Metall spezialisiert. Durch seine Existenzgründung ist der Wirtschaftsstandort Görlitz nun nicht nur um ein neues Unternehmen, sondern auch um neues Kapital reicher: Eine Mikromezzanin-Finanzierung der MBG erlaubte dem Firmeninhaber, seine Eigenkapitalbasis weiter aufzustocken.

Wenn Künne die Zusammenarbeit mit der MBG heute Revue passieren lässt, fällt sein Fazit durchweg positiv aus: „Die Korrespondenz war unkompliziert, persönlich und freundlich sowie zielführend. Man erhielt schnell den Eindruck, dass der MBG und ihren Mitarbeitern daran gelegen ist, ein gutes Ergebnis im Sinne des Antragstellers zu erzielen.“ Mit ihrer Beteiligung an dem Görlitzer Handwerksbetrieb setzt die MBG ein klares Zeichen für Chancengleichheit auf dem Kapitalmarkt. Zum einen liefert sie damit ein Beispiel par excellence, wie strukturschwache Regionen Sachsens – fernab der Ballungsräume Dresden und Leipzig – wirtschaftlich gefördert werden. Zum anderen macht der Investment-Case deutlich, dass auch kleine Unternehmen wie die Ein-Mann-Firma Passgenau auf die Finanzierungshilfe der MBG bauen können. Das bereitgestellte Kapital ist bei Künne in den Händen eines verantwortungsvoll handelnden Geschäftsmanns. Er treibt sein Unternehmen mit Weitsicht voran, wobei er vor allem auch die gegenwärtigen Herausforderungen im Blick behält: „Die monetäre Unterstützung der MBG nutzen wir, um eine weitere Durchdringung des Marktes, eine steigende Reputation sowie weiterführende Kooperationen zu realisieren. In erster Linie dienen die Mittel hierbei der Absicherung des operativen Geschäftes.“

Angestoßen wurde die Finanzierung von der Handwerkskammer (HWK) Dresden. Mit einem umfangreichen Beratungsangebot unterstützt sie ostsächsische Unternehmer während des gesamten Gründungsprozesses und darüber hinaus. Die HWK-Mitarbeiter geben fachkundige Auskunft zu allen Aspekten der Selbständigkeit und erledigen zudem auch Formalitäten mit Ämtern. Für die Bereiche Handwerk oder handwerksähnliche Tätigkeiten ist dieser Service der Handwerkskammer Dresden kostenfrei. Davon konnte sich auch Martin Künne überzeugen, als er sich im Zuge seiner Existenzgründung an die lokale Außenstelle in Görlitz wandte. Betreut wurde er von Dr. Kerstin Loth, die die Wirtschaftsförderung und -beratung vor Ort verantwortet. Diesem Job geht sie mit großem Engagement nach: „Es ist toll, solche motivierten Menschen in der Region auf ihrem Weg zu begleiten“, so Loth. Bei dem Aufbau seines Handwerksbetriebs half Künne weiterhin sein einschlägiger beruflicher Hintergrund: Als staatlich geprüfter Zerspanungsmechaniker arbeitete er zunächst 15 Jahre lang im Siemens-Werk in Görlitz. Der Wunsch nach beruflicher Unabhängigkeit veranlasste ihn schließlich zum Studium der Unternehmensführung, das ihn optimal auf seine Aufgaben als Geschäftsführer einer Firma vorbereitete.

Heute, rund ein Jahr nach dem Start in die Selbständigkeit, hat sich Künne mit seiner Drehmanufaktur bereits einen Namen gemacht. Das Geschäft ist nicht zuletzt deshalb vielversprechend angelaufen, weil er mit Passgenau einen Nischenmarkt besetzt. In seiner Zerspanungswerkstatt fertigt er Metallbauteile wie Pass-, Distanz- und Anlaufscheiben, die jenseits vorgegebener Industriestandards benötigt werden und daher nicht im Baumarkt oder Fachgroßhandel zu finden sind. „Die Anforderungen unserer Kunden sind für uns das maßgebende Kriterium“, hält Künne fest. „Je spezieller und ungewöhnlicher die Baugruppen sind, desto besser können wir unser Know-How einbringen. Hierbei zeichnen wir uns durch eine innovative, präzise und gewissenhafte Fertigung sowie eine unkomplizierte Abwicklung aus.“ Passgenau bietet Privat- und Geschäftskunden die Möglichkeit, einzelne Prototypen und kleine oder mittlere Serienfertigungen in Auftrag zu geben. Die individuellen Wünsche seiner Kunden realisiert Künne durch unterschiedliche Verfahren der Metallbearbeitung, etwa durch Dreh-, Fräs- und Bohrbearbeitung sowie durch Flachschleifen und maschinelles Sägen. Im Ergebnis steht in jedem Fall ein hochwertiges Werkstück, das bis auf wenige hundertstel Millimeter genau gearbeitet ist – an diesem Anspruch lässt sich der Görlitzer buchstäblich messen.

 

Bildquelle: Martin Künne