04.05.2018

Stadt.Land.Netz bring Behörden digital auf Kurs - Software-Tool zur effizienten Planung der Schülerbeförderung gelauncht

Werktags, 7 Uhr in Sachsen. Diesen Anblick kennt jeder Verkehrsteilnehmer, der in den frühen Morgenstunden im Freistaat unterwegs ist: Mit dem Ranzen auf dem Rücken warten zahlreiche Kinder und Jugendliche am Straßenrand darauf, dass sie zur Schule gebracht werden.
 

Der Weg in die Bildungsreinrichtung führt ab sofort nicht nur über Stadt- und Landstraßen, sondern auch über die Datenautobahn. Die SLN GmbH bietet mit Stadt.Land.Netz eine smarte Software, dank der Behörden die individuelle Schülerbeförderung nun einfacher und vor allem effizienter organisieren können. Mit seinen spezialisierten IT-Lösungen leistet das 2016 gegründete Unternehmen einen entscheidenden Beitrag zur Digitalisierung des öffentlichen Verwaltungsapparats. Das Start-up hat sich der Vision verschrieben, die bislang eher schwerfälligen, bürokratischen Arbeitsabläufe in Ämtern moderner zu gestalten. Finanzielle Antriebskraft bekommt Stadt.Land.Netz nun vom Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS), der eine sechsstellige Kapitalsumme in das junge Business aus Dresden investiert. So kann das Gründerteam den Motor dafür zünden, dass künftig noch mehr Schulkinder geld- und zeitsparend an ihren Bestimmungsort transportiert werden.

Die Markt- und Leistungsfähigkeit seiner ersten Software-Lösung hat Stadt.Land.Netz schon unter Beweis gestellt. Das bereits in Anwendung befindliche Tool VIA erleichtert Ämtern die Planung der sogenannten freigestellten Schülerbeförderung. Dabei werden Schüler mit dem Taxi oder Kleinbus von Zuhause abgeholt und zur Schule gefahren. „Diese Form der Beförderung ist wesentlich planungs- und damit auch kostenintensiver als die Beförderung per ÖPNV. So können der zuständigen Behörde für ein individuell zu beförderndes Schulkind im Laufe eines Schuljahres Kosten entstehen, die sechs- bis achtmal so hoch wie die für eine ÖPNV-Schuljahreskarte sind. Das entspricht jährlichen Kosten von etwa 10.000 Euro pro Schulkind“, erklärt Lars Lehmann, Geschäftsführer Produkt und Entwicklung von Stadt.Land.Netz. Die Ausgaben für den öffentlichen Sektor summieren sich schnell auf Millionenbeträge, wenn man in die Kalkulation einbezieht, dass rund 10% aller sächsischen Schüler auf eine individuelle Beförderung angewiesen sind. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ihr Wohnsitz nicht an das ÖPNV-Netz angeschlossen ist, sie öffentliche Busse und Bahnen aufgrund einer Behinderung nicht nutzen können oder die Fahrt per ÖPNV schlichtweg zu lang dauern würde.

Mit VIA können sich Behörden nun eine praxiserprobte Anwendung zunutze machen, um die aufwändige und teure Planung des individuellen Schülertransports zu optimieren. Die Software verknüpft vorhandene Daten, so dass Mitarbeiter im öffentlichen Dienst einen genauen Überblick über den aktuellen und zukünftigen Beförderungsbedarf erhalten. Anhand der datenbasierten Erkenntnisse können sie rasch auf Änderungen reagieren, indem beispielsweise die Zeit- oder Routenplanung angepasst wird. Zudem dient VIA den Trägern als Plattform zur zielgerichteten Kommunikation mit Verkehrsbetrieben, Schulen und sogar Eltern. Das entlastet die Verwaltungsarbeit zusätzlich und hilft dabei, die Servicequalität zu steigern. Insgesamt reduzieren sich die öffentlichen Ausgaben um ein Vielfaches. Auch hierzu liefert Lehmann aussagekräftige Zahlen: „Dank unseres Software-Tools VIA sparen zuständige Behörden und Ämter bis zu 30 Prozent der anfallenden Kosten für die individuelle Schülerbeförderung.“ Der Co-Gründer von Stadt.Land.Netz muss es wissen: Er selbst war viele Jahre in der sächsischen Verwaltung tätig und koordinierte zuletzt die Beförderung von Schulkindern in leitender Position bei einem der größten Träger. Von seinem Erfahrungsschatz, der in die Entwicklung von VIA einfloss, können jetzt Anwender in ganz Deutschland profitieren.

Dass sich Stadt.Land.Netz heute über eine Seed-Finanzierung des TGFS freuen kann, liegt vor allem am disruptiven Charakter von VIA, wie Fondsmanager Martin Liebsch festhält: „Die All-in-One Software-Lösung für Landkreise und Kreisfreie Städte ist ein Meilenstein in der Digitalisierung von öffentlichen Aufgaben, wie der Organisation des freigestellten Schülerverkehrs. Sie ersetzt die rudimentäre Führung und Erstellung manueller Datensätze sowie zeitaufwändige Einzelberechnungen bei Kostenträgern.“ Das vom TGFS bereitgestellte Venture Capital ermöglicht neben der Weiterentwicklung bestehender Software-Tools und dem Ausbau der Vertriebsaktivitäten nun auch die Kreation neuer Anwendungen. Mitbegründer Marcus A. Dawidjan, der bei Stadt.Land.Netz das Marketing und den Vertrieb verantwortet, gibt ein Status-Update: „Mit dem Investment des TGFS können wir nun weitere Anwendungen zur Optimierung von Prozessen entwickeln, die Behörden, Ämtern und Betroffenen viel Zeit, Energie und Geld sparen. Konkret arbeiten wir derzeit an einer E-Government-Lösung für die Vernetzung von Eltern und dem Beförderungsträger.“ Demnach darf man auf weitere innovative Software-Produkte gespannt sein, die Einrichtungen der öffentlichen Hand auf die digitale Beschleunigungsspur versetzen.

Mehr Lesestoff gefällig? Im Interview mit Startup Mitteldeutschland berichtet Marcus A. Dawidjan unter anderem, wie lang es von der ersten Idee bis zur Markteinführung von VIA dauerte, welche Tipps er für andere Gründer hat und wo er Stadt.Land.Netz in drei Jahren sieht.

 

Über den Technologiegründerfonds Sachsen:

Der Technologiegründerfonds Sachsen stellt technologieorientierten Gründern Beteiligungskapital für die Seed- und Start-up-Phase zur Verfügung. Der Fonds wurde 2008 mit einem Volumen von 60 Millionen Euro aufgelegt und im März 2016 auf 124 Millionen Euro aufgestockt. Zielunternehmen des TGFS sind junge, innovative, technologieorientierte Gründer und Unternehmen, die den Branchen ITK, Halbleiter- und Mikrosystemtechnik, Medizintechnik, Life Science, Umwelt- und Energietechnik sowie Neue Medien angehören. Der TGFS richtet sich an junge Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen.


Über die Stadt.Land.Netz GmbH:

Stadt.Land.Netz entwickelt moderne Software-Lösungen für Behörden und Ämter. Die SLN GmbH wurde Ende 2016 von Marcus A. Dawidjan und Lars Lehmann in Dresden gegründet und vom Technologiegründerfonds Sachsen seed-finanziert. Das erste markterprobte Tool des Startups, VIA, dient Landkreisen und kreisfreien Städten zur effizienteren sowie kostensparenden Planung und Umsetzung von individueller bzw. sogenannten freigestellter Schülerbeförderung. Selbsterklärtes Ziel von Stadt.Land.Netz ist es, ein wichtiger Partner bei der Digitalisierung der Verwaltungslandschaft zu werden und Behörden mit cleveren Fachanwendungen zu modernisieren.

 

Bildquelle: Stadt.Land.Netz GmbH