10.12.2013

Ein neuer Fonds für kleine Unternehmen und Existenzgründer: 4 Fragen zum Mikromezzaninfonds

Mit ihrem neuen Programm "Mikromezzanin Beteiligung" bietet die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH (MBG) seit Oktober kleinen Unternehmen und Existenzgründern wirtschaftliche Eigenmittel an. Markus H. Michalow, Geschäftsführer der MBG, beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen zum neuen Angebot.

Einblick MBG: Herr Michalow, die MBG vergibt seit kurzem Beteiligungen über den neuen Mikromezzaninfonds. Können Sie uns kurz erklären, worum es sich bei dieser Finanzierungsmöglichkeit handelt?

Markus H. Michalow: Mezzanine-Kapital ist ein Überbegriff für Finanzierungsformen, die in rechtlicher und wirtschaftlicher Ausgestaltung eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital darstellen. Ausschlaggebend ist die Bereitstellung des Kapitals in Form einer stillen Beteiligung. Das bedeutet, der Kapitalgeber erhält in der Regel eine entsprechende Gewinnbeteiligung, aber keinen Anspruch auf Mitsprache oder Einflussnahme im Geschäftsalltag.

Im Falle unseres Angebots über den neuen Mikromezzaninfonds stellen wir Unternehmen und Existenzgründern wirtschaftliche Eigenmittel von bis zu 50.000 Euro in Form einer typisch stillen Beteiligung zur Verfügung. Diese Mikromezzaninfinanzierung stärkt die wirtschaftliche Eigenmittelbasis der Firmen und verschafft ihnen damit neuen Handlungsspielraum für Kreditfinanzierungen durch ein verbessertes Rating.

Einblick MBG: Was unterscheidet eine "Mikro"- Mezzaninfinanzierung von anderen Mezzanine-Kapitalarten? Worin liegt die Besonderheit dieses neuen Fonds?

Markus H. Michalow: Das Mindestvolumen klassischer Mezzanine-Finanzierungen ist in der Regel relativ hoch. Der Grund dafür liegt in der aufwendigen Prüfung des Kapitalnehmers, der für diese Finanzierungsform keine Sicherheiten zu stellen hat. Diese verursacht im Vergleich zu einer Kreditaufnahme deutlich höhere Transaktionskosten. Somit ist vor allem für Existenzgründer und kleine Unternehmen eine klassische Mezzanine-Finanzierung keine ernsthafte Alternative.

Der neue Mikromezzaninfonds füllt hier eine wichtige Nische: Die Geschäftswelt unterlag in letzter Zeit einem stetigen Wandel und viele Gründer benötigen zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle, die sich zum Beispiel auf digitale Märkte beziehen, keine allzu großen Beträge zur Umsetzung ihrer Ideen. In diesem Umfeld bedient der Fonds die in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsene Nachfrage nach kleinvolumigen Finanzierungen.

Einblick MBG: Was bedeutet das für die sächsische Unternehmenslandschaft?

Markus H. Michalow: Besonders in Sachsen sind in vielen Branchen Kleinunternehmen erfolgreich tätig und es gibt eine Gründerlandschaft mit vielversprechenden Geschäftsideen. Mit Beteiligungen aus dem Mikromezzaninfonds haben wir nun ein geeignetes Instrument, um diese Unternehmer bei der Umsetzung ihrer Existenzgründungen bzw. Finanzierungsvorhaben zu unterstützen und so die Grundlage für die weitere Unternehmensentwicklung zu schaffen.

Einblick MBG: Welche Unternehmen können auf diesen Fonds zurückgreifen?

Markus H. Michalow: Die Mikromezzaninfinanzierung richtet sich an kleine und junge Unternehmen und dabei insbesondere an jene mit einer geringen Eigenmittelquote. Dabei liegt der Fokus besonders auf ausbildenden Unternehmen, Firmen die aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet oder von Frauen oder Personen mit Migrationshintergrund geführt werden.

Nach Definition der EU handelt es sich bei einem Kleinunternehmen um einen Betrieb mit weniger als 50 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von höchstens 10 Mio. Euro.